Ich liebe mein Kind – aber ich vermisse mein altes Leben

Viele Mütter erleben nach der Geburt ihrer Kinder ein Gefühl, über das selten offen gesprochen wird: Man liebt seine Kinder – und vermisst trotzdem das alte Leben. Diese Mischung aus Liebe, Sehnsucht und Identitätssuche ist viel häufiger, als wir denken.

Die Sehnsucht nach einer Version von mir, die es so nicht mehr gibt

Und wieder sitze ich hier. Allein, mit dem Handy in der Hand, während mein Daumen sich fast automatisch durch Social Media bewegt. Es ist ein merkwürdiges Ritual geworden. Man weiß eigentlich, dass es einem nicht gut tut, und trotzdem macht man weiter. Vielleicht, weil man hofft, irgendwo zwischen all den Bildern eine Antwort zu finden.

Da ist sie wieder – die hübsche Mama mit den beeindruckenden Vorher-Nachher-Fotos. Dort renoviert eine Familie gerade ein ganzes Haus. Und irgendwo zeigt jemand eine unglaubliche Transformation: neuer Körper, neues Leben, neue Energie.

Es sind diese glänzenden Endpunkte, die überall zu sehen sind. Und ich denke: Warum lebe ich nicht so, warum scheint das bei allen anderen so leicht zu sein??

Was man nicht sieht, ist der Weg dorthin. Die Zweifel, die Müdigkeit, die Jahre dazwischen. Die Tage, an denen jemand einfach nur auf dem Sofa sitzt und sich fragt: Wo fange ich eigentlich an?

Ich habe mich neun Jahre intensiv um meine Kinder gekümmert. Wirklich intensiv. Wir lebten kindergartenfrei, ich war immer da. Nicht nur körperlich, sondern auch mit dieser Art von Aufmerksamkeit, die manchmal wunderschön und manchmal auch ziemlich erschöpfend ist.

Heute sind beide Kinder erfolgreich in eine freie Schule gestartet. Und irgendwo zwischen all den Jahren, zwischen freien Lernmomenten, Familienbett und langen Gesprächen über das Leben, habe ich langsam begonnen, auch mein eigenes wieder aufzubauen.

Kleine schlaue Raupe, die etwas erklärt

Deine Hausaufgabe:

Wer war dein altes ICH, was vermisst du am meisten?

Das alte Leben – und diese Unbeschwertheit

Ein Paar, welches mit Freunden ein Festival besucht, bevor es Kinder hatte

Ich vermisse mein altes Leben nicht vollständig. Aber ich vermisse etwas daraus. Diese Unbeschwertheit.

Früher konnte man einfach in den Tag hineinleben. Man traf sich spontan mit Freunden. Man fuhr irgendwo hin, ohne vorher drei Kalender zu vergleichen oder zu überlegen, wer wann welches Kind abholt. Man ging einfach los.

  • Morgens spontan zum See spazieren.
  • Ausschlafen.
  • Im Auto laut die Lieblingsmusik hören.
  • Mal schnell essen gehen, ohne vorher kurz im Kopf durchzurechnen, was das jetzt finanziell bedeutet.

Es war ein Leben mit weniger Verantwortung. Mit weniger Abhängigkeiten. Und genau deshalb wirkt es im Rückblick oft so verlockend. Nicht weil es besser war. Sondern weil es leichter war.

Und gleichzeitig gibt es eine Wahrheit, die genauso stark ist:

Ich möchte nicht wieder die sein, die ich damals war.

Wer bin ich und was will ich eigentlich?

Mutterschaft verändert einen. Sie macht einen nicht nur müder – sie macht einen auch klarer.

Ich treffe Entscheidungen heute bewusster. Ich erkenne schneller, was mir nicht gut tut. Ich wähle Menschen sorgfältiger aus, die ich in mein Leben lasse. Auch Beziehungen fühlen sich anders an. Man wird gewissenhafter. Aufmerksamer. Man merkt schneller, ob jemand wirklich zu einem passt oder ob man nur alte Muster wiederholt.

Wünsche für die Zukunft: Tiny House, Reisen, Geld, Freundschaft, Stärke
Kleine schlaue Raupe, die etwas erklärt

Deine Hausaufgabe:

Suche dir 5 Personen raus, z.B. auf Social Media, die du bewunderst, deren Leben du gerne hättest, wie du dich fühlen willst wie du dich kleiden willst. Erstelle auf deinem Laptop einen Ordner mit „Wünsche“ und pack dort alle Bilder rein, die dein Herz höher schlagen lassen. Es kann der Naturgarten sein, die Freundinnen, das teure Auto, die Einsamkeit.

Die leise Trauer um alte Freundschaften

Zwei Freundinnen, die herzhaft lachen

Was dabei allerdings manchmal verloren geht, sind alte Freundschaften. Nicht immer durch Streit. Oft einfach durch Zeit.

Lebenswege entwickeln sich plötzlich in unterschiedliche Richtungen. Die Gespräche verändern sich. Termine werden komplizierter. Interessen verschieben sich.

Und irgendwann merkt man, dass man sich zwar noch mag – aber nicht mehr wirklich im selben Alltag lebt.

Das tut weh. Und manchmal so sehr. Ich trauere heute noch, um eine Freundschaft, die still und leise auseinanderbrach. Kein Beziehungsende mit einem Ex-Partner schmerzte so sehr wie der Verlust dieser Mädels-Freundschaft.

Auch wenn wir es versuchten. Einen Weg zurück gibt es nicht. Sie würde heute mit unserer persönlichen Entwicklung gar nicht mehr funktionieren.

Aber die Trauer um die Vergangenheit darf nicht so mächtig sein, dass sie uns das Glück in der Zukunft verbaut.

Denn weil wir immer wieder auf der Suche sind, nach genau dieser echten freundschaftlichen Beziehung hoffen wir still, dass es von Anfang an wieder genauso matched und geben zu schnell auf. Aber auch in der alten Freundschaft hat man sich langsam einander angenähert und sich dahin entwickelt.

Ich durfte in meinen fast 40 Jahren insgesamt 3 tolle lange Frauenfreundschaften erleben und bin dafür wahnsinnig dankbar. 

Wie hole ich mir einen Teil des alten Lebens zurück?

Wenn man merkt, dass man sein altes Leben vermisst, ist die erste Reaktion oft ziemlich diffus. Man denkt: Früher war alles leichter. Doch wenn man genauer hinschaut, merkt man schnell: Man vermisst nicht das ganze Leben von früher. Man vermisst bestimmte Teile davon.

Und genau dort beginnt etwas sehr Befreiendes. Denn sobald man versteht, was genau fehlt, kann man anfangen, kleine Stücke davon wieder zurückzuholen.

Nicht als Rückkehr in die Vergangenheit – sondern als bewusste Entscheidung für das Leben, das man jetzt führt.

Ich will wieder echte Freundschaften haben

Mit Kindern verändern sich Freundschaften oft. Nicht immer durch Streit, sondern einfach durch unterschiedliche Lebenswege. Termine werden komplizierter, Gespräche drehen sich um andere Themen und plötzlich merkt man, dass man sich zwar noch mag – aber nicht mehr wirklich im selben Alltag lebt.

Neue Freundschaften entstehen als Erwachsene nicht mehr so leicht wie früher. Trotzdem lohnt es sich, offen zu bleiben. Oft beginnen neue Verbindungen ganz unscheinbar: bei den Aktivitäten der Kinder, im Sport, in lokalen Gruppen oder einfach durch kleine Gespräche im Alltag.

Erlaube dir, Menschen langsam kennenzulernen. Nicht jede Begegnung muss sofort eine tiefe Freundschaft werden. Manchmal wächst genau daraus mit der Zeit etwas sehr Echtes.

Freundinnen, die sich umarmen

Ich will wieder mehr Geld

Viele Mütter merken irgendwann, dass finanzielle Freiheit ein wichtiger Teil von Selbstbestimmung ist. Nicht unbedingt aus Luxusgründen, sondern weil es gut tut, eigene Möglichkeiten zu haben.

Ein kleines zusätzliches Einkommen kann schon viel verändern: spontane Ausflüge, weniger Druck im Alltag oder einfach das Gefühl, wieder etwas Eigenes aufzubauen.

Deshalb entscheiden sich viele Mamas, nebenbei ein kleines Standbein aufzubauen – Schritt für Schritt und in ihrem eigenen Tempo. Ich bin da ein Fan von Coachings/Webinaren, die man in eigenem Tempo abschließen kann, aber auch Unterstützung durch 1:1 Betreuung hat oder eine Gruppe zum Austausch.

Ich muss erstmal herausfinden, wer ich jetzt bin

Mutterschaft verändert uns. Man ist nicht mehr die Person von früher – aber man ist auch noch nicht ganz die neue Version von sich selbst.

Diese Zwischenphase kann verwirrend sein. Gleichzeitig steckt darin unglaublich viel Potenzial, weil man plötzlich bewusster fragt: Was will ich eigentlich wirklich?

Manchmal hilft es, diesen Prozess nicht alleine zu durchlaufen, sondern sich begleiten zu lassen – zum Beispiel durch Coaching speziell für Mütter, die ihr neues Leben bewusst gestalten möchten.

Alternativ empfehle ich Journaling z.B. mit diesem 👉 6-Minuten-Tagebuch für Mamas.*

Frau im Flugzeug, die Journaling betreibt
Ein Paar, welches am Strand Händchen hält

Ich will wieder Zeit mit meinem Partner

Im Alltag mit Kindern wird die Beziehung schnell zur Organisationseinheit. Gespräche drehen sich um Termine, Absprachen und To-do-Listen.

Dabei braucht auch eine Partnerschaft Aufmerksamkeit. Kleine Momente können hier viel bewirken: ein Spaziergang zu zweit, ein bewusstes Gespräch am Abend oder feste Zeiten, in denen man wieder als Paar zusammenkommt.

Es muss nichts Großes sein – wichtig ist nur, dass man sich wieder bewusst füreinander entscheidet.

Ich will wieder strahlen

Viele Frauen merken irgendwann, dass sie sich selbst ein bisschen verloren haben. Nicht dramatisch – eher leise.

Man kümmert sich um alle anderen, organisiert den Alltag und vergisst dabei manchmal, sich selbst Aufmerksamkeit zu schenken.

Ein kleines persönliches „Glow-up“ kann Wunder wirken: Bewegung, Kleidung, Körpergefühl, einfach wieder mehr Selbstbewusstsein und ein stressfreier Umgang mit deinen Kindern. Manchmal hilft auch eine Begleitung, die genau dabei unterstützt.

Nicht um jemand anderes zu werden – sondern um wieder sichtbar zu machen, wer man eigentlich ist.

Hier kann ich das 👉 12-wöchige Programm von der alleinerziehenden Madeleine Bryan👈 empfehlen.* Sie ist Coach für Mütter, Kinder & Familien und Expertin für Reflexintegration (Motorisches Bewegungstraining), Resilienz- und Lerncoaching sowie Anti-Mobbing-Trainerin.

Frau in pink, die innerlich strahlt
Frau, die alleine am See sitzt

Ich will wieder Zeit für mich

Zeit für sich selbst ist im Familienalltag oft das Erste, was verschwindet.

Doch schon kleine Momente können unglaublich viel verändern: fünf Minuten Ruhe, ein kurzer Spaziergang oder eine bewusste Pause im Alltag.

Achtsamkeit hilft dabei, wieder mehr bei sich selbst anzukommen – nicht als Luxus, sondern als notwendige Energiequelle.

Denn nur wenn du selbst auftankst, kannst du auch für andere da sein.

Kleine schlaue Raupe, die etwas erklärt

Muss ich wirklich ein Coaching/Workshop buchen?

Es geht nicht darum, dir etwas aufzuschwatzen, sondern eine Möglichkeit für ehrliche Unterstützung zu bieten. Du brauchst in einer Phase der Veränderung Unterstützung und niemanden, der dir einredet, dass du doch glücklich sein musst, weil du doch ALLES hast. Hier hilft ein neutraler Blick von Aussenstehenden, die diesen Weg bereits gegangen sind und merken, wie sich alles fügt, wenn man es nur zulässt. Manchmal reicht schon ein Impuls von außen, um wieder klarer zu sehen.

Ein neues Leben wächst langsam

Wenn man merkt, dass man sein altes Leben vermisst, entsteht schnell das Gefühl, man müsste alles gleichzeitig verändern. Neue Freundschaften, mehr Zeit für sich, mehr Geld, mehr Freiheit, eine bessere Beziehung – am besten sofort.

Doch so funktioniert Veränderung selten.

Ein neues Leben wächst langsam.

Der erste Schritt ist oft viel unspektakulärer, als wir denken: sich ehrlich zu fragen, was gerade wirklich fehlt. Und dann bewusst an einem einzigen Punkt zu arbeiten.

Vielleicht beginnst du damit, dir wieder regelmäßig Zeit nur für dich zu nehmen. Vielleicht baust du dir ein kleines finanzielles Standbein auf. Vielleicht investierst du bewusst mehr Energie in deine Beziehung – oder stellst fest, dass genau dort die größte Belastung liegt.

Manchmal gehört auch eine unangenehme Wahrheit dazu:
Wenn der Mental Load dauerhaft nur auf deinen Schultern liegt und sich daran nichts ändert, kann eine Beziehung auf lange Sicht mehr Kraft nehmen als geben.

Und auch hier solltest du den Mut haben, über eine Trennung nachzudenken.

Nicht aus Trotz. Nicht aus Wut. Sondern aus der Erkenntnis, dass dein Leben – und das deiner Kinder – leichter werden darf. Denn das alte Leben kommt vielleicht nicht zurück.
Aber ein neues Leben entsteht.

Langsam. Schritt für Schritt. Und vielleicht sogar stärker, als du es dir früher vorgestellt hast.

Am Ende bleibt Veränderung selten angenehm, aber sie bringt uns dorthin, wo wir sonst nie hingekommen wären.

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Ich freue mich auf deine Meinung. Tüdelüü in pink. Kindergarten

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Nicky stellt sich vor Selfie

Ich bin eine selbstständige, verheiratete Zweifachmama.

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